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\"Ergebnisdienst\" Ergebnisse
beim DBB

Korb vernagelt

Gegen das Kreislga-Topteam TSV Bad Boll 2 brachte die Dritte der VfL-Basketballer nur ein gutes Viertel zustande und verlor 34:73.  

Seit dem 1. Oktober, dem 39:50 beim jetzigen Co-Tabellenführer KSC Ehingen, hat die neu formierte zweite Mannschaft des TSV Bad Boll nur noch gewonnen.  Und auch ohne Knights-Geschäftsführer und Topscorer Chris Schmidt wurde diese Serie auch bei der Kirchheimer Dritten locker fortgesetzt.  Nach 15 Minuten hatte die Dritte zwei magere Pünktchen auf dem Konto – der Korb schien wie vernagelt (2:25). Erst nach der Pause (6:34) wurde das besser, als die Dritte-Urgesteine Uli Tangl (61) und Sebastian Grube (29) plötzlich ins Laufen kamen und einige Körbe erzielten. Das Viertel wurde sogar 20:16 gewonnen! Am Ende wurde wegen Ladehemmung auch im Schlussviertel (8:23) das zur Pause ausgegebene Minimalziel „mehr als die Hälfte der Punkte des TSV“ knapp verfehlt. ut

VfL: Blodau (2), Er (5/1), Grube (6), Hasenmaile (3), Hitzer (2), Kikic, Mühlhäuser (6), Nöfer, Schörg, Tangl (8), Zeller.


Das kurioseste Spiel der Dritten in sechs Kapiteln

Kapitel 1: K(l)eine Erwartungen – Drei Ziele für das Spiel beim Spitzenreiter

Au weia! Am Sonntag gegen Ehingens Zweite zu Hause beim 46:91 gedemütigt worden, nun die Samstagabendfahrt zur Ersten der TSG. Ihres Zeichens mit 5:0-Siegen Tabellenführer der Kreisliga Nord, gleichauf mit dem KSC Ehingen. Ohne Frage ein reines Himmelfahrtskommando. Als das magere Häuflein der sieben Kirchheimer in die tolle neue Halle des Johann-Vanotti-Gymnasiums kam, in der auch die Ehingen Steeples ihre ProA-Spiele austragen, spielten gerade noch zwei Mannschaften – und TSG Ehingen 2 gewann 74:72 gegen den KSC, nach Verlängerung…

Spielertrainer Uli Tangl war zwei Tage nach seinem 61. Geburtstag trotzdem illusionslos (Das wird ein reines „Frustrations-Toleranz-Spiel“) und gab in der Kabine drei Ziele für den Abend aus:

  1. Wir wollen alle sieben wieder gesund nach Hause kommen
  2. Wir wollen dem Gegner keine 100 Punkte gestatten
  3. Wir wollen mehr als die Hälfte der Punkte der Gastgeber schaffen

Um diese Ziele zu erreichen, gab Tangl die Devise „Zehn Sekunden Schlafwagen-Basketball aus“: „Wenn wir den Ball haben, machen wir die ersten zehn, zwölf Sekunden erstmal gar nichts. Erst dann wird ein System angesagt.“ So sollten den jungen, voraussichtlich dynamischen Ehingern möglichst viele Sekunden gestohlen werden, in denen sie selbst nicht punkten können.

Kapitel 2: 6:4 – Das verrückte erste Viertel

Beim ersten Angriff holen sich die Gastgeber drei Offensivrebounds – und versemmeln vier Würfe hintereinander recht kläglich. Auf der Gegenseite sagt Tangl, der sich in Ermangelung anderer echter Aufbauspieler viereinhalb Monate nach seiner Achillessehnen-Operation selbst für die Erste Fünf nominiert hatte, nach 15 Sekunden Pass-Gedaddel das System „High“ an, Sebastian Grube geht schön backdoor, Tangl findet ihn mit einem einhändigen „Bullet-Pass“ und Kirchheim führt 2:0 – was im Basketball natürlich völlig bedeutungslos ist. Ehingen geht erwartungsgemäß nach drei Minuten 4:2 in Führung – und versinkt in den nächsten sieben Minuten, VÖLLIG EINGELULLT,  in der tiefsten Shooting-Slump-Dunkelheit. ALLES geht daneben, Korbleger, Floater, Nah- und Mitteldistanz-Würfe, Dreier. Weit daneben! Kirchheim spielt das, was sie selbst als ihr Niveau an diesem Tage ansehen. Das ist unteres Kreisliga-Level. Nur Sebastian Grube ragt da ein wenig heraus: Alle sechs Punkte zur unglaublichen 6:4-Viertelführung stammen von ihm. Eitel Freude also auf der Bank in den zwei Minuten Pause, die vorherrschende Meinung: „Boah, wir haben ein Viertel gewonnen – alles andere ist jetzt Kür, völlig egal.“

 

Kapitel 3: 18:18 – We have a ballgame

Nach dem 8:9 (14.) macht der Tabellenführer endlich ernst, klaut ein par Bälle, trifft ein paar Korbleger und geht 16:9 in Führung. Doch Kirchheim bleibt total cool und locker, Tangl und Baris Er setzen einen 9:0-Lauf dagegen und als die Sirene zur Pause dröhnt, steht es 18:18. Die Stimmung in der Halbzeit ist natürlich weiter blendend: „Boah, dass wir das geschafft haben!“ Nur Sebastian Grube blickt schon da etwas sehr vorsichtig optimistisch auf den weiteren Verlauf, fotografiert das Scoreboard und versieht die Nachricht an die Freundin mit den prophetischen Worten: „We have a ballgame!“

Kapitel 4: 53:53 – Der gestohlene Siegestaumel

Und sie behalten das „Ballgame“! In den zweiten 20 Minuten steigt das Niveau deutlich an, doch der VfL, die „Dritte“, hält weiter mit, ist meistens sogar vorn. Hier ein paar Zwischenstände (Ehi – VfL 3):

  • 20:23 (23., nach Dreier Tangl)
  • 28:25 (25.)
  • 28:32 (28., nach zwei Dreiern Grube)
  • 35:34 (30.)
  • 39:41 (36., nach Dreier Er und dem einzigen Korb von Hanno Blodau)
  • 46:46 (39., nach dem ersten Ehinger Dreier des Spiels)
  • 46:51 (40., Tangl und Hasenmaile von der Linie)
  • 49:51 (noch 20 Sekunden, der zweite Dreier der TSG)
  • 50:53 (noch sechs Sekunden, Hasenmaile und Tangl jeweils nur 1:2 an der Linie).

Und tatsächlich: Ehingen verballert den letzten Wurf, ins Getümmel um den Rebound dröhnt die Schluss-Sirene! Die zwei Bankspieler stürmen aufs Feld, sieben überglückliche Kirchheimer tanzen ausgelassen und feiern die unglaubliche Sensation. Als sie fertig sind und sich die Gratulationen der fairen Gastgeber abholen wollen, schreitet plötzlich der Schiedsrichter ein (dessen Namen nicht genannt werden darf, huh)! Er hätte beim Rebound ein Foul von Hasenmaile gepfiffen, was zwei Freiwürfe ergäbe. Anschließend wären sieben Kirchheimer auf dem Feld gewesen, was ein technisches Foul gegen die Bank sei. Also noch ein Freiwurf… Auf die Frage, warum er nicht versucht hätte, das den Kirchheimern klarzumachen, bevor er ihnen ein „T“ gibt, verweigert Herr B. aus U. die Auskunft. Und wirklich: Ehingens Felix Reize, Topscorer des Spitzenreiters mit 15 Punkten pro Spiel, an der Linie aber nur ein 44-Prozent-Mann (15:34), verwandelt alle drei und schickt das Spiel unter dem Jubel der 35 Zuschauer in die Verlängerung.

Der Frust und der Ärger beim VfL: GRENZENLOS!

Kapitel 5: Rattattattatta – Die trimagischen Floater-Dreier

Die Verlängerung beginnt mit einem Ballverlust von Tangl, dann verschießt Reize zwei Freiwürfe – klar, jetzt! Kirchheims Oldie ist eh alles egal, er feuert völlig unmotiviert von halblinks anderthalb Meter vor der Dreierlinie einen Floater ab: DRIN! 53:56. Ehingen kontert zum 57:56, da trifft Kaan In einen von zwei Freiwürfen zum Ausgleich – sein einziger Punkt, aber so WICHTIG! Anderthalb Minuten vor Schluss, es steht 61:57, feuert Tangl den nächsten hoffnungslosen Floater ab, wohl noch ein bisschen weiter janz weit draußen – Swish, 61:60. In der Schlussminute der dritte Streich, diesmal von halbrechts und wieder einen Schritt zurück, off balance und verwackelt, aber: DRIN (Frank Buschmann würde „Rattattattatta“ brüllen) – 62:63.

Kapitel 6: Der Triumph – Die sieben Helden von Ehingen

Hasenmaile und Er treffen nur einen von vier von der Linie, aber 3,3 Sekunden vor Schluss steht es immer noch 62:64 – als der Schiedsrichter, dessen Namen und Wohnort man nicht nennen darf (weil er sonst mit dem Anwalt droht…), seinen letzten Auftritt zelebriert. Als Baris Er nach einem Halteball-Pfiff am Boden liegt und den Ball in Richtung Ehinger Spieler ROLLT, pfeift der gute Mann schon wieder ein „T“ – Er hätte den Ball dem Gegner in den Rücken geworfen! Reize trifft den Freiwurf zum 63:64, Ehingen hat noch einen Wurf! Doch das wird, symptomatisch für die Leistung des Tabellenführers, ein Airball.

Und da ist es TATSACHE, da ist es WAHR: „Die DRITTE“ hat beim Himmelfahrtskommando beim ungeschlagenen Spitzenreiter 64:63 nach Verlängerung GEWONNEN! Diesmal wagt es niemand mehr, die Jubeltänze anzuzweifeln…

VfL: Atol, Blodau (2), Er (12/2)Grube (15/2), Hasenmaile (10), In (1), Tangl (24/4).